Mysteriensonaten

Ruhrtriennale – Festival der Künste 2022

Das Event findet in der Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle statt.

Heinrich Ignaz Franz Biber Mysteriensonaten (um 1674)
für Violine und Basso continuo

In der christlichen Glaubenspraxis bietet das Rezitieren des Rosenkranzes ein rituelles Gefäß für die Meditation. Ein Moment der Konzentration und der Versenkung steht am Eingang zu einem vielfältigen Festivalprogramm. Beispiellos in ihrem Formenreichtum und ihrer Virtuosität durchlaufen Heinrich Ignaz Franz Bibers Mysteriensonaten (um 1647) für Violine und Generalbass die drei Stadien der Jesu-Geschichte: den »freudenreichen«, den »schmerzensreichen« und den »glorreichen« Rosenkranz. Dafür nimmt Bibers Erzählung die Perspektive der Gottesmutter Maria ein. Wortlos, nie belehrend oder katechisierend, fordert seine Komposition die vollständige Hingabe der Interpret:innen. Stück für Stück wird die Violine weiter verstimmt – eine faszinierende, seinerzeit unverstandene Besonderheit. Diese Skordaturen (Verstimmungen) bringen das Instrument in widersprüchliche Spannungsverhältnisse, provozieren harmonische Reibungen.

An den Spielorten in Bochum, Essen und Duisburg wird zeitgleich eine jeweils von den Solist:innen individuell zusammengestellte Auswahl von Sonaten aus allen drei Werkteilen – dem freudenreichen, dem schmerzvollen und dem glorreichen Rosenkranz – sowie die abschließende Passacaglia zu hören sein.

Infos

  • 11.08.2022
    19:00 Uhr
  • Konzert
  • Tickets ab 14,45€